Kaufberatung Digitalkamera

Kriterien zur Auswahl und zum Vergleich von Digitalkameras

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Leider gibt es nicht die perfekte Kamera. Bei jeder Digicam muß man mehr oder weniger starke Kompromisse eingehen.
 
Daher gilt es zunächst herauszufinden für welche Aufgaben die Digitalkamera eingesetzt werden soll. Abhängig vom Einsatzzweck kann man anhand der technischen Daten schon mal eine Vorauswahl treffen. Anschließend würde ich zu diesen Kameras Testberichte lesen und natürlich sollte man in den einschlägigen Foren mitlesen. Zur ersten Orientierung ist ein allgemeines Forum gut, später sollte man dann ein kameraspezifisches Web-Forum aufsuchen. Dort wird man sehr schnell feststellen, ob es typische Schwachstellen einer Digitalkamera gibt, denn darüber wird in diesen Foren immer viel geschrieben... Auf Digitalkamera.de gibt es einen interessanten Artikel zur Frage
'Wie aussagekräftig sind Kameratests?'

Kameraklassen

Selbstverständlich sollte jede Digitalkamera, unabhängig vom Einsatzzweck, eine gute Bildqualität liefern. Hier sind in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht worden. Trotzdem gibt es immer wieder Modelle, die durch größere oder kleinere Mängel auffallen. Ich stelle daher in den verschiedenen Kameraklassen Digicams vor, die möglichst wenige Nachteile haben und zu den Besten auf dem Markt gehören.
 
Die Kameras in der Kategorie Gut & Günstig sind einfache und günstige Modelle, die für einfache Ansprüche ausreichend sind. Die Kameras sind nicht besonders klein und bieten nur wenige Einstellmöglichkeiten. Was durchaus von Vorteil sein kann, wenn man Wert auf eine einfache Bedienung legt. Schwierige Fotosituationen wird man mit ihnen in der Regel nicht meistern können, für Standardfälle sind sie aber durchaus geeignet.
 
Design-Kameras zeichnen sich vor allen Dingen durch ihr Design aus. Sie sind sehr klein, haben oftmals ein großes Display und keinen Sucher. Die Einstellmöglichkeiten sind auch hier meist begrenzt. Die Bildqualität wird durch den Zwang zur Miniaturisierung teilweise negativ beeinflusst.
 
High-End Digitalkameras bieten eine bessere Bildqualität und eine umfangreichere Ausstattung. In dieser Kameraklasse braucht man als einzige Einschränkung nur den Verzicht auf einen großen Zoombereich hinnehmen. Manchmal können externe Blitzgeräte angeschlossen werden. Der Funktionsumfang orientiert sich oft an DSLRs. Viele sind als hochwertige Zweitkamera für Spiegelreflexnutzer konzipiert.
 
Digitalkameras der Super-Zoom-Klasse zeichnen sich durch ihren großen Zoom-Bereich aus. Die Kameras bringen in der Regel auch einen vollständigen Satz an Einstellmöglichkeiten mit. Im Gegenzug sind die Super-Zoom-Kameras deutlich größer als Kompakte, bieten aber praktisch unbegrenzte Möglichkeiten. Nur auf einen Anschluß für externe Blitzgeräte und für Filter oder Konverter muß man oft verzichten.
 
digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) und Systemkameras erfüllen alle Ansprüche eines ambitionierten Fotografen. Sie bieten die höchste Auflösung, eine hohe Bildqualität und eine professionelle Ausstattung. Bei diesen Kameras ist das Objektiv austauschbar und daher an jede Aufgabenstellung anpassbar. Insbesondere das Zusammenspiel mit einem externen Blitzgerät beherschen praktisch nur Kameras dieser Klasse perfekt. In der Regel entscheidet man sich hier für ein System und tauscht später nur noch das Kameragehäuse aus, während man den Rest der Ausrüstung weiterverwendet. Spiegelreflexkameras (DSLRs) sind streng genommen auch Systemkameras, aber in der Regel bezeichnet man mit Systemkamera eher die spiegellosen Kameras.
 
DSLRs haben den Aufbau einer klassischen Kamera mit einem Spiegel im Strahlengang, der für die Aufnahme wegklappt. Der Spiegel lenkt ansonsten das Bild auf den optischen Sucher und die AF-Sensoren. Daraus ergibt sich auch der große prinzipielle Unterschied: man schaut immer durch einen optischen Sucher, nicht auf ein Display. Das AF-System befindet sich nicht auf der Sensorebene und kann daher Justagefehler aufweisen. Im Bereich der Motivverfolgung (Sportfotografie) ist das AF-System einer (guten) DSLR derzeit immmer noch führend.
 
Systemkameras (DSLM) verzichten auf den Spiegel und sind allein deswegen schonmal kompakter gebaut. Im µFT-System ist dazu noch der Sensor etwas kleiner (Faktor 2 zum Kleinbildformat im Gegensatz zu den üblichen 1,5 beim APS-C-Format) und damit fallen nicht nur die Gehäuse, sondern auch die Objektive deutlich kleiner und leichter aus. Das Sucherbild wird immer vom Bildsensor auf einem kleinen Display erzeugt, was es ermöglicht beliebige Informationen mit einzublenden und vor allem das Bild so zu zeigen, wie es nach der Belichtung aussehen wird. Das erleichtert die genaue Belichtung enorm. Außerdem kann der Sucher 100% des Bildes anzeigen, was bei optischen Suchern nur in der Premiumklasse üblich ist.
 
Ein weiterer Unterschied liegt im AF-System. Der Autofokus wird bei DSLM auf der Sensorebene bestimmt. Allerdings ist die dafür notwendige Kontrastmessung im Falle von spontanen Entfernungsänderungen nicht in der Lage die Schärfe so schnell nachzuführen, wie die Phasensensoren einer DSLR. Beim einfachen Scharfstellen auf eine bestimmte Entfernung sind Systemkameras aber mindestens genauso schnell wie DSLRs. Da DSLMs von Anfang an auf die Kontrastmessung optimiert waren, haben sie auch einen schnelleren und exakteren Autofokus im Videobetrieb. DSLRs holen hier schnell auf, haben aber immer noch den Nachteil, das speziell optimierte Objektive erforderlich sind. Der AF-Antrieb in DSLR-Objektiven war nämlich nie dazu gedacht winzig kleine Korrekturen in kürzester Zeit durchzuführen. Aber hier ziehen die Hersteller zur Zeit nach, man muß nur beim Objektivkauf darauf achten. Genauso nähern sich beide Systeme bei den AF-Sensoren an: immer mehr Hersteller von DSLR und DSLM integrieren schnelle Phasen-AF-Sensoren auf dem Bildsensor.

technische Daten

Die technische Daten bestimmen niemals alleine die Qualität einer Kamera, daher sind sie nur ein erster Ansatz um die Kamera einer Kategorie zuzuordnen. Mit diesen Kriterien kann man sich eine Marktübersicht erstellen und dann anhand von Testberichten die Stärken und Schwächen vergleichen.

Testberichte

Viele wichtige Faktoren nennen die Hersteller nicht in ihren Unterlagen. Diese findet man nur in Testberichten. Da die Meßwerte unter Umständen vom Meßaufbau abhängig sind, sollte man vorsichtig sein, wenn man Ergebnisse aus verschiedenen Quellen miteinander vergleicht.

Ausstattung

Je nach Anwendungsbereich wird die Kaufentscheidung durch weitere Ausstattungsmerkmale bestimmt. Viele kompakte Kameras sind hier schlecht ausgestattet. Man sollte sich also genau informieren, ob die Kamera auch die eigenen Ansprüche erfüllen kann.

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Stand: 06.10.2016