Kaufberatung Digitalkamera
Kriterien zur Auswahl und zum Vergleich von Digitalkameras
technische Daten
Testberichte
Ausstattung
Leider gibt es nicht die perfekte Kamera. Bei jeder Digicam muß man mehr oder weniger starke Kompromisse eingehen.
Daher gilt es zunächst herauszufinden für welche Aufgaben die Digitalkamera eingesetzt werden soll. Abhängig vom Einsatzzweck kann man anhand der technischen Daten schon mal eine Vorauswahl treffen. Anschließend würde ich zu diesen Kameras Testberichte lesen und natürlich sollte man in den einschlägigen Foren mitlesen. Zur ersten Orientierung ist ein allgemeines Forum gut, später sollte man dann ein kameraspezifisches Web-Forum aufsuchen. Dort wird man sehr schnell feststellen, ob es typische Schwachstellen einer Digitalkamera gibt, denn darüber wird in diesen Foren immer viel geschrieben... Auf Digitalkamera.de gibt es einen interessanten Artikel zur Frage
'Wie aussagekräftig sind Kameratests?'
- Landschaftsaufnahmen, Architekturfotografie
Wichtig ist ein guter Weitwinkelbereich (28mm Anfangsbrennweite oder kleiner), interessant kann auch ein 16:9 Modus für Panoramas sein. Die Auslöseverzögerung spielt keine so große Rolle.
- Partyfotos
Gute Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen sind sehr schwierig. Wichtig ist ein geringes Rauschen bei hohen ISO-Empfindlichkeiten. Ein Gebiet, auf dem nur DSLRs oder Systemkameras uneingeschränkt gut sind. Es gibt nur wenige Kompakte die hier noch gute Bildqualität liefern - siehe High-End-Kompakte. Ein Bildstabilisator kann unter Umständen hilfreich sein. Außerdem sollte die Kamera ein Autofocus-Hilfslicht besitzen, um die Scharfstellung bei Dunkelheit zu verbessern.
Für Schnappschüsse sollte die Auslöseverzögerung (incl. AF-Zeit) deutlich unter 0,5 sec. liegen.
- Tierfotografie
Weil die meisten Tiere, selbst im Zoo, nur aus größerer Entfernung fotografiert werden können, ist eine lange Telebrennweite sehr wichtig. 400mm würde ich hier auf jeden Fall anstreben, wobei das Objektiv trotzdem lichtstark sein soll. Empfehlenswert ist dann ein Bildstabilisator, um nicht immer auf das Stativ angewiesen zu sein. Für schnelle Tiere ist auch eine kurze Auslöseverzögerung und eine schnelle Serienbildfunktion wichtig.
- Sportfotografie
Je nach Sportart wird ein starkes Teleobjektiv benötigt. Die Auslöseverzögerung (incl. AF) sollte auf jeden Fall sehr kurz sein (< 0,2 sec). Eine gute Lichtstärke (f2,8 oder kleiner) und eine hohe, rauscharme ISO-Empfindlichkeit und eine schnelle Serienbildfunktion ist bei schnellen Sportarten unentbehrlich. Für diese Aufgabenstellung sind am besten DSLRs (digitale Spiegelreflexkameras) geeignet.
- Tauchen
Neben der Verfügbarkeit eines Unterwassergehäuses ist ein spezielles Unterwasser-Motivprogramm und vor allen Dingen ein großes, helles Display sehr hilfreich.
- universell einsetzbar
Werden keine besonderen Anforderungen gestellt ist fast jede Digitalkamera geeignet. Achten würde ich trotzdem auf eine kurze Auslöseverzögerung, ein ausreichend großes, helles und gut aufgelöstes Display und allgemein auf eine flotte Reaktion der Kamera beim Einschalten, Zoomen, der Bildanzeige und Menübedienung. Dann macht das Fotografieren einfach mehr Spaß.
Kameraklassen
Selbstverständlich sollte jede Digitalkamera, unabhängig vom Einsatzzweck, eine gute Bildqualität liefern. Hier sind in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht worden. Trotzdem gibt es immer wieder Modelle, die durch größere oder kleinere Mängel auffallen. Ich stelle daher in den verschiedenen Kameraklassen Digicams vor, die möglichst wenige Nachteile haben und zu den Besten auf dem Markt gehören.
Die Kameras in der Kategorie Gut & Günstig sind einfache und günstige Modelle, die für einfache Ansprüche ausreichend sind. Die Kameras sind nicht besonders klein und bieten nur wenige Einstellmöglichkeiten. Was durchaus von Vorteil sein kann, wenn man Wert auf eine einfache Bedienung legt. Schwierige Fotosituationen wird man mit ihnen in der Regel nicht meistern können, für Standardfälle sind sie aber durchaus geeignet.
Design-Kameras zeichnen sich vor allen Dingen durch ihr Design aus. Sie sind sehr klein, haben oftmals ein großes Display und keinen Sucher. Die Einstellmöglichkeiten sind auch hier meist begrenzt. Die Bildqualität wird durch den Zwang zur Miniaturisierung teilweise negativ beeinflusst.
High-End Digitalkameras bieten eine bessere Bildqualität und eine umfangreichere Ausstattung. In dieser Kameraklasse braucht man als einzige Einschränkung nur den Verzicht auf einen großen Zoombereich hinnehmen. Manchmal können externe Blitzgeräte angeschlossen werden. Der Funktionsumfang orientiert sich oft an DSLRs. Viele sind als hochwertige Zweitkamera für Spiegelreflexnutzer konzipiert.
Digitalkameras der Super-Zoom-Klasse zeichnen sich durch ihren großen Zoom-Bereich aus. Die Kameras bringen in der Regel auch einen vollständigen Satz an Einstellmöglichkeiten mit. Im Gegenzug sind die Super-Zoom-Kameras deutlich größer als Kompakte, bieten aber praktisch unbegrenzte Möglichkeiten. Nur auf einen Anschluß für externe Blitzgeräte und für Filter oder Konverter muß man oft verzichten.
digitale Spiegelreflexkameras und Systemkameras (DSLR) erfüllen alle Ansprüche eines ambitionierten Fotografen. Sie bieten die höchste Auflösung, eine hohe Bildqualität und eine professionelle Ausstattung. Bei DSLRs ist das Objektiv austauschbar und daher an jede Aufgabenstellung anpassbar. Insbesondere das Zusammenspiel mit einem externen Blitzgerät beherschen praktisch nur Kameras dieser Klasse perfekt. In der Regel entscheidet man sich hier für ein System und tauscht später nur noch das Kameragehäuse aus, während man den Rest der Ausrüstung weiterverwendet.
technische Daten
Die technische Daten bestimmen niemals alleine die Qualität einer Kamera, daher sind sie nur ein erster Ansatz um die Kamera einer Kategorie zuzuordnen. Mit diesen Kriterien kann man sich eine Marktübersicht erstellen und dann anhand von Testberichten die Stärken und Schwächen vergleichen.
- Sensor-Auflösung (Megapixel)
Die Auflösung aller aktuellen Digitalkameras ist so hoch, dass sie kein Kaufkriterium mehr darstellen sollte. Erst wenn man oft großformatige Poster ausbelichtet oder professionell arbeiten will, wird die Auflösung wichtig. Ich kann nur dringend dazu raten nicht dem Megapixel-Hype zu verfallen! Anstelle eines aktuellen Modells mit 16 Megapixel ist der Griff zu einem billigeren Auslauf- oder Einsteigermodell mit nur 8 Megapixel in der Regel die bessere Wahl! Der immerwährende Zwang noch höhere Auflösungen anzubieten führt mittlerweile dazu, dass die Bildqualität wieder abnimmt: Das optische System kann die Auflösung des Sensors nicht ausnutzen; die winzig kleinen Sensoren erhalten nicht genug Licht um rauschfrei zu arbeiten; die anschließende Rauschunterdrückung bügelt auch noch die letzten feinen Details platt. Mittlerweile treten bei Offenblende Beugungseffekte auf, wodurch die Schärfe weiter sinkt. Es muß sich also niemand wundern warum die neue 16-MP-Kamera unschärfere Bilder macht als die alte 8-MP-Digicam. Siehe hierzu auch die interessante Website 6mpixel.org und die Beiträge auf digitalkamera.de und heise.de.
Die Anzahl der Pixel bestimmt nicht die Schärfe des Bildes, sondern die maximale Ausgabegröße und damit den darstellbaren Detailreichtum. Für die Ausbelichtung eines Bildes in einer bestimmten Größe werden entsprechend viele Pixel benötigt (
Excel-Blatt zum Nachrechnen). Die besten Belichter arbeiten mit 300 dpi, üblich sind eher 200 dpi. Das heißt für jedes Inch werden 300 bzw. 200 Punkte benötigt. Für ein Bild in 10x15 cm ergibt sich damit bei 300 dpi ein Bedarf von 2,1 Megapixel. Das bedeutet, dass von einem Bild mit 12 Megapixel knapp 10 Megapixel 'weggeworfen' werden.
2 MP reichen für Belichtungen in 10x15, Reserven für Ausschnittvergrößerungen hat man dann aber nicht.
3 MP reichen bei 200 dpi für 20x30 oder entsprechende Ausschnittvergrößerungen. Bei 300 dpi bräuchte man aber schon 12 MP. So große Bilder betrachtet man allerdings aus größerem Abstand und daher sind effektiv weniger Pixel notwendig.
6 MP sollten es schon sein, wenn man in 40x50 entwickeln will.
6 MP entsprechen etwa einer guten analogen Spiegelreflex mit hochwertigem Objektiv (Festbrennweite, kein Zoom) und gutem ISO-100-Kleinbildfilm. Die früher gern verwendeten ISO 400 Filme reduzierten durch ihr gröberes Korn die Auflösung noch weiter!
Detaillierte Infos zu diesem Thema finden sich auf einer Website zum Vergleich analoge / digitale Fotografie.
Wenn man sich jetzt überlegt, in welcher Größe man 99% aller seiner Fotos entwickeln lässt, dann würde eine 3 oder 4-MP-Kamera in den meisten Fällen eigentlich ausreichen! Bei der Anzeige auf einem Monitor ist das noch viel krasser: selbst hochauflösende Computermonitore haben maximal 3 MP und HD-Fernseher noch nicht mal 1 MP!
Einen Punkt den man auch bedenken sollte: je mehr Megapixel das Bild hat, desto mehr Speicher benötigt es auch. Und es macht keinen Sinn erst viel Geld für eine 12-MP-Kamera auszugeben und diese dann künstlich auf 3-MP zu beschränken oder die Bilder durch eine starke Kompression zu ruinieren. Einen Anhalt für den benötigten Speicher gibt die Tabelle auf der Seite Zubehör.
Man sollte sich auch nicht durch die Angabe einer interpolierten Auflösung blenden lassen. Das ist nichts anderes als das Hinzuerfinden von Pixel. Das kann man mit jeder Bildverarbeitung machen und bringt nichts, zumindest keine höhere optische Auflösung. Eine gute Digitalkamera bietet erst gar keine interpolierte Auflösung an.
Bei gleicher Auflösung können sich die Bildsensoren noch durch die Größe unterscheiden. Leider werden neue Modelle mit mehr Megapixel mit entsprechend verkleinerten Chips realisiert, da kleinere Chips billiger sind. Die kleineren Pixel benötigen eine größere Verstärkung und damit steigt das Bildrauschen. Bildrauschen äußert sich zunächst in einem unscharf wirkenden Bild, bei starkem Rauschen wird das Bild immer grieseliger. Man sollte also Kameras bevorzugen, die einen Chip mit größerer Fläche besitzen. Meßtechnisch wird das Rauschen als Signal/Rauschabstand S/N erfasst. Die Werte sollten über 25 S/N liegen, ab etwa 40 S/N kann man das Rauschen als gut bezeichnen. Manche Hersteller (z.B. Kodak, Casio, Sony) filtern das Rauschen mit agrresiven Filtermethoden heraus. Das führt zu einem extrem guten Signal/Rauschabstand, aber das Bild verliert dadurch feine Details. Fuji beherscht diese Art der Rauschfilterung recht gut, setzt außerdem etwas größere Sensoren ein; Panasonic folgt dicht dahinter, aber auch hier muß man immer mit dem Verlust von feinen Details rechnen. Da der Meßwert somit keine sichere Bewertung des Bildeindrucks zulässt, bewerte ich das Rauschen zusätzlich anhand von Testfotos und gebe als grobe Richtlinie den Rauscheindruck mit Schulnoten von 1 bis 6 an. Bei einer Benotung von 1 ist ein Rauschen praktisch nicht wahrnehmbar, bei 2 ist ein leichtes Rauschen vorhanden, bei 3 ist ein Rauschen wahrnehmbar, ist aber noch nicht störend. Ab einer Note von 4 wird es störend, ab 5 ist es unübersehbar. Als grober Maßstab kann diese Skala dienen:
Die Sensorgröße wird nach einem alten System aus den 50'er als Verhältnis in Zoll angegeben. Große Chips haben z.B. eine Größe von 2/3'' - kleine nur noch 1/2,7''. Diese Größenangabe ist aber nur als Typangabe zu verstehen. Daraus kann nicht die tatsächliche Größe errechnet werden. Im DSLR-Bereich sind vor allem 3 Sensor-Größen verbreitet: die Vollformatsensoren im der Größe eines Kleinbildnegativs, das etwa um den Faktor 1,5 kleinere APS-C-Format und die etwa 17x13mm großen Sensoren des 4/3-Systems. Für den Anwender relevant ist eigentlich die Größe des einzelnen Pixels auf dem Sensor. Denn je kleiner der Einzelsensor ist, umso anfälliger ist die Kamera für das Bildrauschen. Aus diesem Grund habe ich zu den vorgestellten Digitalkameras als Anhaltswert den Abstand der Einzelsensoren voneinander (Pixelpitch) angegeben. Liegt der Abstand oberhalb von ca. 6,0 - 6,5 µm, kann man sicher sein, dass kein sichtbares Rauschen auftritt. Diese Forderung erfüllen aber nur digitale Spiegelreflexkameras - und auch hier geht der Trend zu immer kleineren Pixeln um die Auflösung zu erhöhen. Alle anderen Digitalkameras versuchen das Rauschen durch die interne Bildverarbeitung zu entfernen. Die Hersteller nutzen die Fortschritte auf diesem Gebiet um immer kleinere Sensoren auf den Markt zu bringen, die dann wenigstens nicht noch mehr Bildrauschen produzieren sollen als die Vorgänger.
Leider geht der Trend unaufhaltsam in Richtung immer mehr Pixel auf immer kleinerer Fläche. Auch aus diesem Grund erreicht eine 14-MP-Kompaktkamera nicht die Bildqualität einer 10-MP-DSLR (digitale Spiegelreflex) mit ihren viel größeren Sensoren.
Andererseits würde ich das Rauschen auch nicht überbewerten: die Unterschiede bei den derzeit aktuellen kompakten Digitalkameras sind eher nach dem Motto: 'gerade noch erträglich' und 'noch erträglich'. Auf den üblichen 10x15 Abzügen fällt das Rauschen auch nicht weiter auf, wenn man es mit dem ISO-Wert nicht total übertreibt (wie manche Hersteller als Bildstabi-Ersatz). Auch ein guter Rauschfilter führt zu einem Verlust an Bildqualität. Um eine wesentliche Verbesserung zu erreichen, muß man sich Richtung DLSR orientieren.
- Objektiv, optischer Zoom
Auf einen Zoom würde ich auf keinen Fall verzichten. Mindest-Ausstattung ist ein 3-fach Zoom. Kompaktkameras bieten bis zu 6fach; Super-Zoom-Kameras 10 bis 30-fach oder mehr Zoom. Die Angabe eines Digital-Zooms kann man vergessen. Das ist nichts anderes als eine Ausschnittvergrößerung und das kann man mit jeder Bildverarbeitung besser machen. Je stärker der Zoom ist, desto größer wird die Kamera. Außerdem sinkt die Lichtstärke und in den Extremlagen des Zooms muß mit Verzeichnungen gerechnet werden. Dafür bietet ein starkes Zoom enorme fotografische Freiheiten.
Die Brennweite wird in der Regel auf Kleinbild umgerechnet angegeben. Verschiedene Brennweiten kann man auf den Seiten von Sigma und Tamron vergleichen.
Da es für die größeren Sensoren von DSLRs viel schwieriger ist hochwertige Objektive zu bauen, die einen großen Brennweitenbereich umfassen, findet man hier keine 20fach Zooms. Und die verfügbaren Superzooms (meist 18-250mm) sind in der Qualität immer schlechter als Objektive mit kleinerem Zoombereich oder gar Festbrennweiten. In der Regel kauft man eine DSLR mit einem Kit-Objektiv. Diese Objektive sind (mit der Ausnahme Olympus) sehr günstige Objektive, welche die Möglichkeiten einer DSLR nicht ausreizen können. Zum Kauf einer DSLR gehört daher auch immer die Auswahl des richtigen Objektivs, wobei tendenziell mit der Abbildungsqualität auch der Preis steigt.
vom jeweils gleichen Standpunkt

23 mm Brennweite

420 mm Brennweite
Eine kurze Brennweite (Weitwinkel, 24-28 mm) ist für Innenaufnahmen, Landschaftsaufnahmen oder Architekturfotos wichtig, damit man möglichst viel vom Motiv aufs Bild bekommt. Kameras mit einer kleinen Anfangsbrennweite sind meist teurer als Modelle, die erst bei 36mm starten. Ein Grund liegt darin, dass die Herstellung eines Weitwinkel-Objektivs teuer ist, wenn man die unvermeidbaren Abbildungsfehler wie Verzeichnungen und Abschattungen so gering wie möglich halten will.
Eine lange Brennweite (200-400mm) benötigt man um Entferntes nah heranzuholen. Sehr wichtig z.B. für Tierfotografie (auch im Zoo), Sport und bei allen Situationen wo man sich dem Motiv nicht nähern kann. Da bei langen Brennweiten die Lichtstärke sinkt und die Verwacklungsgefahr steigt, gehört ein Bildstabilisator inzwischen zur Standard-Ausstattung.
Einen Zoom kann man kaum durch eine höhere Auflösung ersetzen. Damit eine Kamera mit 3-fach-Zoom durch Ausschnittvergrößerung (= Digital-Zoom) den gleichen Abbildungsmaßstab erreicht wie eine 6-fach-Zoom-Kamera, benötigt sie 4 mal soviele Pixel! Dazu kommt noch die unterschiedliche Bildwirkung durch die geringere Schärfentiefe bei hoher Brennweite.
Viele günstige und ultrakompakte Kameras bieten nur wenige Zoomstufen. D.h der Zoombereich wird nicht kontinuierlich durchlaufen, sondern mit jedem noch so kurzen Betätigen der Zoomtaste um eine feste Stufe. Das erschwert die Wahl des richtigen Bildausschnitts. Schlechte Kameras haben nur 4 Zoomstufen, gute mehr als 30 oder sie sind tatsächlich stufenlos. Als Optimum kann man eine mechanische, stufenlose Brennweitenverstellung betrachten. Diese findet man aber nur bei einigen Prosumer-Kameras und bei allen Spiegelreflex-Objektiven.
Während bei kompakten Digitalkameras nicht die echte Brennweite, sondern zur besseren Vergleichbarkeit die Umrechnung in das früher übliche Kleinbildformat angegeben wird, ist die Brennweitenangabe bei DSLR-Objektiven immer die reale. Die bei vielen DSLRs eingesetzten Sensoren sind aber ebenfalls kleiner als ein Kleinbildnegativ und daher kommt es auch hier zu einer (scheinbaren) Brennweitenverlängerung. Dies nennt man den Crop-Faktor, da die Wirkung einer Ausschnittvergrößerung entspricht. Der Crop-Faktor beträgt bei den meisten DSLRs um die 1,5. Somit wird aus einem weitwinkligen 28-mm-Objektiv ein 42er Standard-Objektiv und aus einem 200er Tele wird eins mit 300mm Brennweite.
Einen Blick sollte man auch der Lichtstärke gönnen. Ein kleiner Wert (f/2.8) steht für eine hohe Lichtstärke. D.h. es fällt mehr Licht auf den Bildsensor und man kann mit kürzeren Belichtungszeiten arbeiten. Bei schlechter Lichtstärke muß man viel eher den Blitz zuschalten oder mit Stativ fotografieren. Mit steigender Brennweite nimmt die Lichtstärke ab. Ein Zoom-Objektiv hat im Weitwinkelbereich die beste und im Tele-Bereich die geringste Lichtstärke. Ein Anfangswert von 2 ist gut - Werte über 4 sind schlecht. Sehr gute Zooms erreichen sogar im gesamten Bereich eine gute Lichtstärke - wie z.b. die Panasonic DMC-FZ10 mit durchgängig f/2,8 bei einer Brennweite von 35 - 420mm. Wenn man das mit einem Super-Zoom für DSLRs, wie dem Tamron 18-200 mit f3,5 - 6,3 vergleicht, dann kann man das Tamron-Objektiv in diesem Punkt nur als schlecht einstufen. Lichtstarke Objektive für DSLRs sind sehr teuer. Auch im Bereich der ultrakompakten Digitalkameras findet man nur wenige lichtstarke Objektive.
- Blenden

Blende 2.8

Blende 7.0
Eine weitere Sparmaßnahme der Hersteller ist die Reduzierung der Blendenstufen. Während es eigentlich üblich ist, dass eine Kamera zwischen der kleinsten und größten Blende alle Zwischenstufen nutzt, gibt es tatsächlich Kameras auf dem Markt, die nur noch mit 2 verschiedenen Blenden arbeiten. Die Belichtung kann dann praktisch nur über die Zeit gesteuert werden. Solche Kameras haben aber in der Regel auch keine manuellen Einstellmöglichkeiten.
Welchen Einfluß die gewählte Blende hat, zeigen diese beiden Fotos. Das eine wurde mit Blende 2,8 gemacht und zeigt eine sehr geringe Schärfentiefe (auch oft als Tiefenschärfe bezeichnet) - es sind praktisch nur die Blüten scharf, der Hintergrund verschwimmt und lässt die Blüten plastisch hervortreten. Das andere Foto wurde mit Blende 7 gemacht und zeigt eine größere Schärfentiefe. Das Foto wirkt ganz anders. Die Blende hat also einen großen gestalterischen Einfluß. Bei den meisten Digitalkameras wird man davon aber nicht viel merken, da der kleine Sensor wiederum zu einer großen Schärfentiefe führt. Erst in der DSLR-Klasse ist die Blende als Stilmittel einsetzbar.
- Bildstabilisator (auch: OIS, AntiShake)
Hilfreich ist die Ausstattung der Kamera mit einem mechanischen (z.b. Sony, Olympus, Pentax) oder optischen Bildstabilisator (z.B. Panasonic, Nikon, Canon). Dieser gleicht beim Fotografieren aus der Hand das Zittern aus. Welches System zum Einsatz kommt, spielt nur bei Systemkameras mit Wechselobjektiven eine Rolle. Während ein optischer Bildstabilisator bereits den Blick durch den Sucher beruhigt, wird bei der mechanischen Lösung nur das Bild des Senors ruhig gestellt.
Wieviel das bringt habe ich in einem kleinen Bildstabilisator-Test mit der Panasonic FZ30 überprüft.
Damit sind zum einen scharfe Fotos auch mit sehr langen Brennweiten möglich, und zum anderen auch mit längeren Belichtungszeiten als üblich. Wichtig ist dies bei langen Brennweiten, aber auch bei ultrakompakten Digicams, da es hier leichter zum Verwackeln kommt. Führend in diesem Bereich ist Panasonic, die alle Kameras mit Bildstabilisator ausstatten. Aber Achtung: manchmal werden Kameras mit 'Anti-Shake-DSP' oder 'elektronischem Bildstabilisator' beworben, die gar keinen echten Bildstabilisator besitzen. Bei diesen Kameras (z.B. von Casio, Olympus) wird einfach nur die ISO-Empfindlichkeit erhöht um längere Verschlusszeiten zu vermeiden. Dieser Ansatz ist nicht verkehrt, aber durch den höheren ISO-Wert steigt das Rauschen stark an, so das dies keinen echten Bildstabilisator ersetzen kann. Im Prinzip ist diese als Neuheit beworbene Option das gleiche wie die Auto-ISO-Einstellung, die jede Digitalkamera hat und die man zugunsten der Rauscharmut nicht nutzen sollte.
- Auflösung Display / Sucher
Über das Display wählt man den Bildausschnitt und beurteilt das Bild. Taugt das Display nichts, weil es zu dunkel und zu grob aufgelöst ist, dann fällt es schwer den richtigen Bildausschnitt zu bestimmen; und zu bewerten, ob das Foto gut geworden ist. Displays mit deutlich weniger als 200.000 Pixel zeugen von Sparmaßnahmen des Herstellers, mehr als 300.000 Pixel gehören zu den besseren. Die besten erreichen fast 1 MP. Außerdem sollte das Display hell genug für die Nutzung im Sonnenschein sein.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Größe des Displays. Wobei die übliche Größenangabe in Zoll als Typ-Angabe zu verstehen ist. Dies erleichtert nur die Vergleichbarkeit und soll keine millimetergenaue Größenangabe sein. Auf einer 1,5'' kleinen Anzeige kann man trotz hoher Auflösung nicht viel sehen. Das Display sollte mindestens 2,5'', besser 3'' groß sein. Allerdings muß die Größe eines Display im richtigen Verhältnis zur Pixelanzahl stehen. Wenn nur das Display vergrößert wird, ohne die Pixelanzahl zu erhöhen, bringt dies keinen Schärfevorteil. Ein 2,5''-Display sollte mindestens 200.000 Pixel, besser 300.000 haben.
Super-Zoom-Kameras haben praktisch immer ein zusätzliches kleines Display als Videosucher, da bei starken Tele-Zooms das Bild in einem normalen Sucher zu stark vom aufgenommenen Bild abweicht. Videosucher mit ferroelektrischen Displays bieten das beste Bild. Ansonsten sollte das Display mindestens 0,44'' groß sein und deutlich über 400.000 Punkte auflösen. Alles darunter ist nur eine Notlösung. Die richtig guten elektronischen Sucher haben eine Auflösung von mindestens 1.000.000 Pixel.
Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) haben immer einen optischen Sucher, der über einen Spiegel das Bild durch das Objektiv anzeigt. Die Qualität (Helligkeit/Größe des Bildes) des Suchers spielt daher eine große Rolle für den Bedienkomfort, besonders beim manuellen Scharfstellen. Da der Spiegel zur Belichtung des Sensors weggeklappt werden muß, ist klassischerweise auch kein Livebild auf dem Display möglich. Mittlerweile ist aber jede moderne DSLR mit LiveView ausgestattet. Dazu wird der Spiegel dauerhaft hochgeklappt - der Sucher zeigt dann kein Bild mehr, dafür kann das Display wie bei einer Kompaktkamera zur Bildgestaltung genutzt werden. Noch gibt es große Unterschiede in der Nutzbarkeit des Liveview-Modus. Die Fokussierung ist extrem langsam und eine Vorschau von Belichtung und Weißabgleich wird auch nicht immer erzeugt. In diese Bresche springen neuartige Systemkameras, die auf den klassischen Rückschwing-Spiegel verzichten und dafür einen dauerhaften und uneingeschränkt nutzbaren LiveView bieten. Hier kommt dann wieder ein elektronischer Sucher zum Einsatz. Mit einer Auflösung von mehr als 1 Megapixel können diese zumindest mit den kleinen Suchern der Einsteiger-DSLRs konkurrieren.
- ISO-Wert
Da sich in eine Digitalkamera kein Film mit einer höheren Empfindlichkeit (höherer ISO-Wert) einlegen lässt, kann man über die Signalverstärkung die Lichtempfindlichkeit regeln. Dabei gilt: je höher die Signalverstärkung (der ISO-Wert), desto stärker wird die Bildqualität durch Bildrauschen beeinträchtigt. Üblicherweise arbeiten Digicams mit ISO-Werten zwischen 100 und 3.200. Hohe ISO-Werte machen aber nur bei DSLRs Sinn. Mehr als ISO 800 ist selbst bei den besten Kompaktkameras nicht angeraten. Hüten sollte man sich vor Kameras, die den ISO-Wert nur vollautomatisch regeln. Da das Erhöhen des ISO-Wertes die Bilder durch starkes Rauschen ruinieren kann, sollte der Fotograf festlegen, ob er dieses Risiko eingehen will. Eine Kamera, die nur eine automatische ISO-Einstellung hat, sollte besser im Regal liegen bleiben. Bei manchen Modellen kann man die ISO-Automatik nach oben begrenzen, so das diese Funktion sinnvoll nutzbar ist. Die meisten Digitalkameras mit hoher Megapixel-Zahl neigen schon bei geringer Erhöhung des ISO-Wertes zum Rauschen. Digitale Spiegelreflexkameras mit ihren deutlich größeren Sensoren sind hier wesentlich unempfindlicher.
- Speichermedium
Die Art des Speichermediums kann man sich bei den wenigsten Modellen aussuchen. Es gibt nur eine Handvoll Kameras, die 2 oder gar 3 verschiedene Typen akzeptieren. Die Art des Speichermediums sollte nur bei ansonsten gleich guten Kameras kaufentscheidend sein.
Die Speicherkarten unterscheiden sich neben ihrer Bauform hauptsächlich im Preis. Die nur von Sony verwendeten Memory Sticks und die von Fuji / Olympus genutzen xD-Cards sind durchschnittlich doppelt so teuer wie die weitverbreiteten SD- und CF-Karten. Die neuen Kameras haben in der Regel immer einen Doppelslot, der auch SD-Karten aufnimmt. Da diese Speicherkartentypen auch keine besonderen Vorteile bieten spricht nichts mehr für deren Verwendung.
Memory Sticks gibt es in verschiedenen Ausführungen, die untereinander auch nicht alle kompatibel sind bzw. die Verwendung von Adaptern erfordern. Sie werden fast nur von SONY verwendet. Weiterentwickelt wird nur noch die Pro-Variante. Vom Standard-Memory Stick gibt es max. 256 MB Ausführungen. Die Pro-Variante kann nur in kompatiblen Geräten gelesen werden. Die Duo-Varianten sind verkleinert und passen per Adapter auch in Geräte, die normal große Sticks erwarten. In Digitalkameras sind praktisch nur noch die Memorysticks Pro Duo vertreten.
xD-Karten haben keinen eigenen Controller. Sie sollten daher kostengünstiger als andere sein. Tatsächlich sind sie aufgrund ihrer geringen Verbreitung teurer und es bleibt nur das Risiko von Kompatibilitätsproblemen. xD wird nur von Fuji und Olympus verwendet. Die Standardkarten und die H- und M-Type-Karten sind nicht zueinander kompatibel. Die Geräte müssen auf den jeweiligen xD-Kartentyp vorbereitet sein. Aktuelle Geräte können alle 3 Typen lesen. Kartenlesegeräte sollte man unbedingt auf Kompatibilität mit der xD-Karte testen, bevor man wichtige Fotos damit ausliest. Hier kommt es immer wieder zu Datenverlusten durch Kompatibilitätsproblemen.
Deutlich unproblematischer und schneller (schreiben ca. 3-10 MB/s) sind CompactFlash und SD-Cards.
CompactFlash gibt es in 2 Baugrößen: CF-I und CF-II. CF-Karten werden nur noch von DSLR verwendet. Während alle Kameras mit CF-Slot die CF-I akzeptieren, passen die dickeren CF-II nur in wenige Digitalkameras. Das CF-II-Format wird hauptsächlich von Microdrives genutzt. Dies sind Mini-Festplatten, die heute kaum noch Verwendung finden.
Die SD-Karten sind das aktuelle Standard-Format. Fast alle aktuellen kompakten Digitalkameras und viele DSLRs verwenden SD-Karten. Die Klasse der SD-Karten umfasst mittlerweile 3 Kategorien: SD bis 2 GB, SDHC bis 32 GB und SDXC ab 64 GB. Die Standards sind nicht aufwärtskompatibel, die Lesegeräte und Kameras müssen also explizit SDHC oder SDXC unterstützen. Die Karten unterscheiden sich außerdem durch die Geschwindigkeitsklassen (Class 4, 6, 10) mit garantierten Mindest-Schreibgeschwindigkeiten. Für die Videoaufzeichnung wird meist eine Mindestgeschwindigkeit verlangt.
Besonders für CF und SD sind viele Ultra- oder High-Speed-Varianten erhältlich. Diese bringen hauptsächlich eine höhere Lesegeschwindigkeit, aber auch die Schreibgeschwindigkeit steigt deutlich. Vor allem beim Filme, im Serienbildmodus oder beim Speichern großer RAW-Bilder können sich die Geschwindigkeitsunterschiede bemerkbar machen. Beim Auslesen der Speicherkarte mit einem schnellen Kartenleser profitiert man auf jeden Fall vom höheren Tempo.
Der Preisunterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Speichermedium liegt etwa beim Faktor 3. Diese Kosten sollte man beim Entscheid für eine Kamera auf jeden Fall mit
einrechnen! Letztendlich sollte das Speichermedium aber nicht zu einer Entscheidung gegen eine ansonsten gute Kamera führen, da die nächste Digitalkamera mit ziemlicher Sicherheit wieder ein anderes Speicherformat verwenden wird oder deutlich größeren Speicherbedarf hat.
Wenn man viele Fotos im RAW-Format macht, kommt mitunter auch eine 64 GB-Karte an die Kapazitätsgrenze. Für solche Fälle und als Backup unterwegs kann die Anschaffung eines Image-Tanks Sinn machen. Da ein Fotospeicher bzw. Memory Tank wesentlich größere Speicherkapazität zur Verfügung stellt und neben der Fotografie noch als externe Festplatte genutzt werden kann und oft noch weitere Funktionen wie MP3-Player bietet, ist das auch preislich eine interessante Alternative.
Kaufberatung Fotospeicher
- Akku
Es finden 2 verschiedene Akku-Typen in Digitalkameras Verwendung:
- standardisierte NiMh-Akkus in AA oder (selten) AAA-Größe
- kameraspezifische LiIon-Akkus
NiMh-Akkus haben den Vorteil das sie überall und zu günstigen Preisen erhältlich sind und notfalls durch Batterien ersetzt werden können. Der Nachteil ist das relativ hohe Gewicht und die hohe Selbstentladung. Dadurch sind die Akkus nach längerer Lagerung so stark entladen, dass deutlich weniger Fotos möglich sind. Abhilfe schaffen hier neue Akku-Typen mit geringerer Selbstentladung. Auf jeden Fall ist für die Lebensdauer von NiMh-Akkus die Qualität des Ladegeräts mitentscheidend.
Die kameraspezifischen
LiIon-Akkus haben zunächst den Nachteil, dass sie nur vom Kamerahersteller angeboten werden. Für verbreitete Akkutypen ist es aber kein Problem einen Drittanbieter zu finden der qualitativ gleichwertige Akkus zu günstigerem Preis anbietet. Ein gewisses Restrisiko bleibt allerdings, nach vielen Jahren keinen Ersatz mehr zu bekommen. Der große Vorteil von LiIon-Akkus ist das geringere Gewicht und die geringere Größe, weswegen sie in fast allen ultrakompakten Kameras zu finden sind. Außerdem haben LiIon-Akkus fast keine Selbstentladung. Das Ladegerät ist bei LiIon-Akkus immer im Lieferumfang enthalten (oder der Akku wird in der Kamera geladen) somit besteht nicht die Gefahr ein unbrauchbares Ladegerät zu benutzen. Außerdem hat man die Anschaffungskosten für Ladegerät und den ersten Akkusatz gespart.
Die Anschaffung einer Kamera würde ich heute nicht mehr vom Akkutyp abhängig machen. Ausnahmen würde ich nur machen, wenn schon viele leistungsfähige NiMh-Akkus und ein gutes Ladegerät vorhanden sind.
Testberichte
Viele wichtige Faktoren nennen die Hersteller nicht in ihren Unterlagen. Diese findet man nur in Testberichten. Da die Meßwerte unter Umständen vom Meßaufbau abhängig sind, sollte man vorsichtig sein, wenn man Ergebnisse aus verschiedenen Quellen miteinander vergleicht.
- Einschaltzeit
Dies ist die Zeit vom Einschalten der Kamera bis zur Bereitschaft. Gute Kameras brauchen nur 1-2 Sekunden. Zoom-Kameras brauchen immer etwas länger als Kameras ohne Zoom, da der Zoom erst ausgefahren werden muß. Je stärker der Zoom-Faktor, desto länger ist in der Regel auch die Einschaltzeit. Digitalkameras mit manuell verstellbarem Zoom, wie DSLRs, sind innerhalb von Sekundenbruchteilen betriebsbereit.
- Auslöseverzögerung / Autofokus-Geschwindigkeit
Die Auslöseverzögerung ist die Zeitspanne vom Betätigen des Auslösers bis zum Erstellen des Bildes. Die Zeit setzt sich zusammen aus der Zeit für das Fokussieren, die Belichtungsmessung und dem eigentlichen Auslösen des Verschlusses. Wenn man, durch halbes Betätigen des Auslösers, vorfokussiert, erreicht man die geringstmögliche Auslöseverzögerung, da die AF-Zeit entfällt.
Ich gebe auf meiner Seite immer die Auslösverzögerung incl. AF-Zeit an, da nur scharfe Bilder Sinn machen. Eine Auslöseverzögerung von 1 Sekunde verhindert ziemlich effektiv actionreiche Aufnahmen. Sei es ein Zieleinlauf beim Sport oder die Hauskatze, die nicht stillhalten will. Etwa seit 2005 haben alle Digicams eine so kurze Auslösezeit, dass die Auslöseverzögerung fast nur noch aus der Zeit für den Autofokus besteht. Eine Kamera mit einer Verzögerung von 0,5 Sek. zählt schon zu den besseren auf dem Markt und damit kann man schon leben. Ideal wäre eine Auslöseverzögerung von deutlich unter 0,3 Sekunden. Dies war bis vor kurzem fast nur DSLRs mit Phasen-Autofokus vorbehalten. Mittlerweile sind die besten Systemkameras mit Kontrast-Autofokus genauso schnell.
Die Auslöseverzögerung ist zudem von der Brennweite, der Beleuchtung und bei DSLRs vom verwendeten Objektiv abhängig. Bei starken Tele-Brennweiten wird immer mehr Zeit zum Fokussieren benötigt als im Weitwinkelbereich. Daraus ergeben sich teilweise starke Unterschiede bei der Messung der Auslöseverzögerung. In diesen Fällen habe ich 2 Werte angegeben: für die Messung im Weitwinkel- und im Tele-Bereich.
Bei der Auswahl der Kamera spielt auch das Autofokus-System eine Rolle. Kompaktkameras und Systemkameras arbeiten in der Regel mit Kontrast-AF und nutzen dafür den Bildsensor. Die Autofokusfelder sind hier eine reine Softwarelösung und man kann kostengünstig sehr viele AF-Felder anbieten. Bei DSLRs mit Phasen-AF muss dagegen für jedes AF-Feld ein Sensor verbaut werden. Hier wird noch zwischen einfachen Linien- und aufwendigeren Kreuzsensoren unterschieden. Kreuzsensoren sind empfindlicher, daher ist ein AF-System mit mehreren Kreuzsensoren besser in der Lage ein Motiv zu verfolgen.
Kontrast-AF ist generell genauer als Phasen-AF, weil hier exakt auf Sensorebene scharfgestellt wird. Dagegen sind Kontrast-AF-System oft relativ langsam, da ein schneller Kontrast-AF eine hohe Rechenleistung und schnelle AF-Motoren erfordert.
- Bildqualität
Die Bildqualität wird beeinflußt von dem optischen System, dem Bild-Sensor und der Software, die das Bild innerhalb der Kamera weiterverarbeitet. Sie ist zum einen objektiv durch die Abbildungsleistung meßbar. Hiermit stellt man die prinzipielle Eignung zur Darstellung feiner Details fest. Der Wert wird nach ISO 12233 gemessen und in Linienpaaren/Bildhöhe angegeben. Eine 4-MP-Kamera sollte mind. 800 Lp/Bh erreichen. Zum Bildrand hin wird die Auflösung bedingt durch die Eigenschaften des Objektivs schlechter. Je gleichbleibender die Auflösung ist, desto besser ist die Qualität der Optik.
Die weitere Beurteilung der Bildqualität beruht auf subjektiven Kriterien wie Schärfeeindruck, Farbechtheit, etc. Eine Kamera sollte die Farben möglichst neutral wiedergeben, d.h. so wie man sie selber gesehen hat.
Ausstattung
Je nach Anwendungsbereich wird die Kaufentscheidung durch weitere Ausstattungsmerkmale bestimmt. Viele kompakte Kameras sind hier schlecht ausgestattet. Man sollte sich also genau informieren, ob die Kamera auch die eigenen Ansprüche erfüllen kann.
- Blitzschuh
Einen eingebauten Blitz haben fast alle Digitalkamers. Diese Blitze haben aber alle nur eine eingeschränkte Reichweite. Und wenn der Blitz beim Aktivieren nicht ausklappt, werden durch den geringen Abstand zur Objektivachse mit Sicherheit rote Augen verursacht.
Einen leistungsfähigeren Blitz kann man aber nur anschließen, wenn die Kamera dafür eine Möglichkeit bietet. Idealerweise hat die Kamera einen normalen Blitzschuh. Dann lässt sich praktisch jeder Blitz anschließen. Oder die Kamera bietet Anschluß für ein Blitz-Synchronkabel, das man teuer beim Hersteller erwerben muß. Die meisten Kompaktkameras bieten überhaupt keine externe Anschlußmöglichkeit. Für diese Digitalkameras kommt nur ein Slave-Blitz in Frage, der durch den Blitz der Kamera ausgelöst wird und dann dazu dient den Raum tiefer auszuleuchten. Hier käme der 28 CS-2 von Metz in Frage. DSLRs haben in der Regel herstellerspezifische Blitzkontakte um die umfangreichen Funktionen des TTL-Blitzsystems zu steuern.
Gegen die roten Augen wird von fast allen Herstellern eine kamerainterne Retusche eingesetzt um die roten Augen nachträglich wieder zu entfernen.
- Makrobereich
Ob eine Kamera gut für Makroaufnahmen geeignet ist, wird von mehreren Faktoren bestimmt. Zum einen von dem geringsten möglichen Nahabstand und zum anderen von der Brennweite. Wenn zwei Kameras den gleichen Nahabstand haben, dann ist die Kamera besser geeignet, die dabei die größere Brennweite zur Verfügung stellt. Der minimale Nahabstand im Telebereich ist wichtiger als der im Weitwinkelbereich, weil man im Telebereich zum einen weniger Verzeichnungen erhält und zum anderen weniger Probleme mit Abschattungen durch das Objektiv hat. Die meisten Insekten fühlen sich auch schnell belästigt und flüchten wenn man ihnen zu nahe kommt. Gute Grundlagen zum Thema Abbildungsmaßstab hat Digitalkamera.de veröffentlicht. Im DSLR-Bereich hat man es etwas einfacher. Hier stehen spezielle Makroobjektive zur Verfügung. Der angegebene Abbildungsmaßstab erleichtert die Vergleichbarkeit. Ideal sind hier Brennweiten im Bereich um die 100mm.
- Langzeitbelichtung
Für Nachtaufnahmen muß man die Möglichkeit haben lange Belichtungszeiten einzustellen. Die meisten Digicams erlauben eine max. Verschlußzeit von 15 Sekunden. Aus dem analogen Spiegelreflexbereich kennt man die Möglichkeit den Verschluß solange offen zu halten, wie der Auslöser betätigt wird. Diese Funktion bieten nur wenige Digitalkameras, meist DSLRs, da durch die lange Belichtungszeit das Rauschen stark ansteigt.
- schwenkbares Display
Sehr praktisch ist ein schwenkbares Display. Dies ermöglicht Aufnahmen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln ohne sich dafür verrenken zu müssen. Zwischen den verschiedenen Herstellern gibt es Unterschiede in der Beweglichkeit des Displays.
- Belichtungsreihen
Ist man sich nicht sicher, ob die gewählte Belichtung das gewünschte Ergebnis bringt, dann ist es sehr praktisch, wenn die Kamera automatisch eine Belichtungsreihe, auch Bracketing genannt, erstellt. Es gibt neben Variationen der Belichtung auch Weißabgleichs- und Schärfe-Bracketing.
- Weißabgleich
Der Weißabgleich sorgt dafür, dass weiß auch weiß bleibt. Fotografiert man unter Kunstlicht ohne Blitz, dann bekommen die Fotos ohne Weißabgleich einen Gelb- oder Grünstich. Die meisten Kameras bieten hier vorgefertige Weißabgleich-Optionen für Glühbirnen oder Neonröhren. Idealerweise wird die Möglichkeit angeboten einen manuellen Weißabgleich durchzuführen, der dann optimal auf die aktuellen Lichtverhältnisse angepasst ist.
- Autofocus-Hilfslicht
Ein AF-Hilfslicht ist eine kleine, helle Lampe (manche Kameras verwenden auch eine Blitzlichtsalve) die das Motiv erhellt um eine korrekte Scharfstellung zu ermöglichen. Zum Scharfstellen benötigt die Elektronik einen gewissen Mindestkontrast. Ist der zu gering wird das AF-Hilfslicht zugeschaltet.
- manueller Fokus
Für Stativaufnahmen ist es sehr praktisch den Fokus einmal einzustellen und dann zu fixieren. Insbesondere, wenn die Schärfeebene nicht in Bildmitte liegt. Manche Kameras bieten die Möglichkeit den Fokuspunkt frei zu verschieben. Noch praktischer ist es wenn man den Fokus auch vollständig manuell einstellen kann. Dann benötigt man aber ein Hilfsmittel wie vergrößerte Displayanzeige oder Entfernungsanzeige.
- Zeit/Blendenautomatik
Es ist nicht selbstverständlich, dass jede Digitalkamera mit einer Zeit- und Blendenautomatik ausgestattet ist. Notfalls kann man sich mit entsprechenden Motivprogrammen wie Sport, Motiv, Landschaft behelfen. Für den fortgeschrittenen Fotografen ist das aber unbefriedigend.
- Histogramm
Wenn die Kamera ein Histogramm einblenden kann, kann man sich ein Bild von der Helligkeitsverteilung des Fotos machen und damit evt. Unter/Überbelichtung erkennen. Das Display sollte dann aber auch die Bildparameter wie Blende und Zeit anzeigen, damit man herausfinden kann, was man falsch gemacht hat.
- Serienaufnahmen, Ringspeicher
Manche Kameras bieten die Möglichkeit alle x Sekunden ein Foto zu schiessen oder 5 Fotos in 2 Sekunden oder ähnliches. Noch interessanter ist eine Funktion (Ringspeicher), um ununterbrochen Fotos zu erstellen und nach dem Loslassen des Auslösers die letzen paar Fotos zu speichern. Damit kann man quasi Ereignisse in der Vergangenheit einfangen.
- Video
Obwohl viele Digitalkameras sogar die Möglichkeit bieten Videos in HD-Auflösung aufzunehmen, ist es doch oft sehr kompromissbehaftet. Das Zoomen ist häufig während der Aufnahme gesperrt, weil sich sonst der Zoomantrieb auf der Tonspur verewigt. Oder die Kamera nimmt erst gar keinen Ton auf. Das Nachregeln von Belichtung und Fokus geschieht oft sehr träge. Das verwendete Speicherformat ist häufig nicht optimal für den Videoschnitt. Und die Videolänge ist in der Regel aus zollrechtlichen Gründen auf maximal 29 Minuten begrenzt.
- Filtergewinde
Möchte man sich die Möglichkeit offen halten Filter (Nahlinsen, UV-Filter, Polfilter, o.ä.) oder Weitwinkel- bzw. Tele-Konverter anzuschließen, dann muß die Kamera ein Filtergewinde bieten. Bei vielen Digitalkameras, die diese Möglichkeit bieten, muß dafür ein Adapter zugekauft werden.
- Stativgewinde
Genausowenig wie ein Filtergewinde ist ein Stativgewinde selbstverständlich. Bei Kompaktkameras ist das Stativgewinde ausserdem oft aus Kunststoff. Will man häufig Stativaufnahmen machen, dann sollte man auf ein Gewinde aus Metall achten.
Stand: 07.12.2011