Diese Seite zu del.icio.us hinzufügen   Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen   Diese Seite zu OneView hinzufügen   Diese Seite zu Favoriten.de hinzufügen   Diese Seite zu Google hinzufügen   Diese Seite zu Linkarena hinzufügen

Kaufberatung Digitalkamera

Unterschiede zwischen DSLR und Prosumer bzw. Super-Zoom / Vor- und Nachteile

Startseite > Tips & Tricks > Digitalkamera-FAQ > Unterschiede zwischen DSLR und Prosumer
verwandte Themen
aktuelle Superzoom
aktuelle DSLR

Grundlegender Unterschied zwischen DSLR und Prosumer

Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) unterscheiden sich grundlegend von 'normalen' Digitalkameras. In Spiegelreflexkameras wird das einfallende Licht durch das Objektiv über einen Spiegel in den Sucher umgelenkt. Der Spiegel wird zur Belichtung des Sensors weggeklappt. Diese Bauweise führt zum einen zum Verbau separater Autofocus-Sensoren, zum anderen zu einem fehlenden Livebild auf dem Display.
 
Als Erbfolger klassischer Kleinbild-Spiegelreflexkameras sind die Bildsensoren in DSLRs wesentlich größer als in Standard-Digitalkameras, die Objektive sind wechselbar und das Zubehörprogramm ist umfassend. Sehr gut ausgestattete herkömmliche Digitalkameras (Prosumer) kommen im Funktionsumfang sehr nah an DSLRs heran. Trotzdem ergeben sich spezifische Vor- und Nachteile:

Standard-Digitalkamera (Prosumer)

plus Videoaufnahmen möglich minus Objektiv nicht wechselbar
plus große Schärfentiefe (Makros) minus große Schärfentiefe (freistellen)
plus vergleichsweise kompakt und leicht minus mit steigendem ISO-Wert zunehmende Verschlechterung der Bildqualität
plus meist hohe Lichtstärke minus Autofocus besonders im Telebereich und bei wenig
Licht langsam
plus Belichtung und Weißabgleich werden im
vorraus im Sucher/auf dem Display simuliert
minus Serienbilder / Bracketing im RAW-Modus meist nicht möglich
plus Bildergebnis kann ohne Wechsel zwischen
Sucher und Display betrachtet werden
   
plus Auslösung geräuschlos    

digitale Spiegelreflexkamera (DSLR)

plus geringes Rauschen, dadurch
überragende Bildqualität
minus Sucherbildfeld oft kleiner als 100%
plus Schärfentiefe kann im Sucher durch
Abblenden kontrolliert werden
minus Live-Vorschau auf dem Display kein Standard
plus Objektiv wechselbar, daher optimal an Aufgabenstellung anpassbar minus Bildsensor kann beim Objektivwechsel verschmutzen
plus schneller, zuverlässiger AF minus lichtstarke Objektive teuer
plus geringe Schärfentiefe (freistellen) minus geringe Schärfentiefe (Makros)
    minus zur Kontrolle des Bildergebnisses
Wechsel vom Sucher zum Display nötig
    minus vergleichsweise groß und schwer
mehrere Objektive nötig
    minus Auslösung durch Spiegelschlag nicht erschütterungsfrei (Stativ) und relativ laut (Tiere, Kirche)

Liveview

Bei DSLRs ist es nicht üblich über das Display zu fotografieren. Das Motiv wird in der Regel über den Sucher betrachtet und das Display dient nur der Anzeige des fertigen Fotos. Ca. 2006 kamen die ersten DSLR auf den Markt, die auch ein Livebild auf dem Display anzeigen konnten. Dazu muß der Spiegel weggeklappt werden und legt damit nicht nur den Sucher, sondern auch die gesonderten Autofocus-Sensoren lahm.
 
Daher gibt es im Liveview-Modus keinen Autofocus - zumindest nicht über die schnellen AF-Sensoren. Erste Modelle nutzen aber ersatzweise die Schärfemessung über den Bildsensor, wie bei normalen Digitalkameras. Standard ist zur Zeit noch die Aktivierung der AF-Sensoren durch das zurückklappen des Spiegels, was umständlich ist und Zeit kostet.
 
Ebenfalls noch nicht Standard bei Liveview ist die Vorschau von Belichtung und Weißabgleich, wie man es von einfachen Digicams gewohnt ist.
 
Die Liveview-Option ist zur Zeit auch nur in höherpreisigen Kameras zu finden. Aber dieses Feature findet zunehmend Verbreitung und wird ständig verbessert. Zusammen mit Liveview findet man auch erstmals schwenkbare Monitore an einer DSLR.

Vergleich DSLR-Konzept und Super-Zoom/Prosumer-Digitalkamera

In der erzielbaren Auflösung unterscheiden sich beide Konzepte (bei den Prosumern) nicht mehr, da sowohl Objektive als auch die Sensoren eine hohe Auflösung liefern. Eine DSLR verwendet allerdings deutlich größere Bildsensoren. Dies hat den Vorteil, dass wesentlich weniger Rauschen auftritt. Während man aktuelle Prosumer-Kameras am besten bei der niedrigsten ISO-Einstellung nutzt, kann man mit aktuellen DSLRs auch noch bei ISO 1600 akzeptable Bilder machen. Auch hier steigt das Rauschen an, aber eine DSLR rauscht bei ISO 1600 nicht mehr als eine gute Prosumer bereits bei ISO 400.
 
Durch den großen Sensor fallen allerdings auch die Objektive größer aus und sind lichtschwächer oder sehr teuer. Die erzielbare Bildqualität und Autofocus-Geschwindigkeit hängt bei einer DSLR sehr stark vom verwendeten Objektiv ab. Um mit einer DSLR den gleichen Brennweitenbereich mit ähnlich guter Lichtstärke wie bei einer Super-Zoom zu erreichen, wird man mehrere gute Objektive kaufen müssen, die mindestens nochmal soviel kosten wie die Kamera alleine. Allein mit dem Kit-Objektiv schöpft man nicht alle Möglichkeiten einer DSLR aus.
 
Da in einer DSLR gesonderte Sensoren für den Autofokus verwendet werden, statt wie in einer Standard-Digitalkamera, der Bildsensor mit benutzt wird, ist die AF-Geschwindigkeit sehr hoch. Die AF-Geschwindigkeit wird aber stark vom verwendeten Objektiv beeinflusst. Die Bildfolge- und die Serienbildgeschwindigkeit sind, objektivunabhängig, in der Regel deutlich höher als bei einer Prosumer.
 
Was mir als langjähriger Prosumer-Nutzer immer wieder beim DSLRs unangenehm auffällt: Bei schwierigen Lichtverhältnissen fällt das Bildergebniss oft überraschend anders aus als erwartet. Da man bei den meisten Kompaktkameras eine Belichtungsvorschau erhält kann man schon im vorraus korrigierend eingreifen. Bei der DSLR muss man zwangsläufig das Auge vom Sucher nehmen, die Bildwiedergabe aufrufen und das Foto kontrollieren um dann die Korrektur vorzunehmen.

Entscheidungshilfe zwischen Prosumer und DSLR

Wer höchste Ansprüche an Bildqualität und Geschwindigkeit stellt; wer unter schwierigen Lichtverhältnissen fotografieren will und große Abzüge benötigt, der sollte sich nach einer DSLR umsehen.
 
Wer ungerne zwischen mehreren Objektiven wechselt; wer üblicherweise maximal bis 13x18 Fotos ausbelichtet oder die Bilder nur am PC/TV betrachtet; wer nicht jedes Foto absolut perfekt umsetzen muß, für den kann eine Prosumer die richtige Wahl sein.

Unterscheidung zwischen Prosumer und Super-Zoom

Die Grenze zwischen einer Super-Zoom und einer Prosumer-Kamera ist fließend. Je besser die Kamera ausgestattet ist, desto eher ist sie als Prosumer zu bezeichnen.
 
Indizien für eine Prosumer sind:


Stand: 09.12.2009