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Testbericht: iPod als Fotospeicher

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In diesem Test wird die Eignung des iPod als mobiler Fotospeicher untersucht.
Die MP3- und die Video-Funktionen wurden nicht geprüft.
 
Anmerkung: der iPod wurde in der Vergangenheit mehrfach umbenannt: vom iPod Photo zum iPod Video und aktuell iPod Classic.
 
Achtung: Der aktuelle iPod Classic ist nicht zum Camera Connector kompatibel!
 
Technische Daten des iPod

Verarbeitung

Der iPod ist nicht gerade der billigste MP3-Player auf dem Markt. Allerdings erhält man für sein Geld ein hochwertig verarbeitetes Gerät in einer edlen Verpackung. Andererseits ist die hochglänzende Oberfläche auch anfällig für Kratzer.


Bedienung

Übersicht Die Bedienung des iPod erfolgt über das große Drehrad, das gleichzeitig als 4-Wege-Schalter dient. Der Umgang damit ist sehr einfach und da der iPod sehr schnell reagiert macht es auch sehr viel Spaß. Die Anzeigen auf dem Display sind eindeutig und leicht verständlich. Ich habe noch keinen MP3-Player gesehen, der sich besser bedienen lässt.
 
Die dunkle Seite der Medaille ist allerdings der Zwang die iTunes-Software zu benutzen. Um MP3's auf den iPod zu spielen führt kein Weg an iTunes vorbei. Die Arbeit damit ist sehr komfortabel, z.b. kann man den Musikbestand auf dem iPod automatisch aktualisieren lassen. Mittlerweile sind sowohl für den Mac als auch für Windows einige Programme verfügbar, die den Zugriff auf den iPod auch ohne iTunes erlauben.
 
In der Standard-Einstellung wird der iPod am PC nicht als Massenspeicher erkannt und man hat keinen freien Zugriff auf die Daten. Allerdings kann man den iPod über die iTunes-Software auch in einen Massenspeicher-Modus schalten und dann wird er wie eine zusätzliche Festplatte im Explorer eingeblendet. Wie man den iPod ohne iTunes in den Volume-Modus schaltet beschreibt Apple auf seiner Website.


Einsatz als Fotospeicher


Um den iPod als mobilen Fotospeicher einzusetzen muß man noch ein bisschen Zubehör kaufen:
  • den iPod Camera Connector
    Dieser verbindet die Digitalkamera mit dem iPod
    (im Foto unterhalb des iPod sichtbar)
     
  • das USB-Netzteil
    um den iPod auch unabhängig vom PC aufzuladen
    (ganz links auf dem Bild)
     
  • und zuletzt das USB-Kabel der Digitalkamera
    (im Bild rechts)
     
Der iPod Camera Connector ermöglicht die Nutzung des iPod als  USB-OTG-Gerät. D.h. die Digitalkamera muss zu diesem Standard kompatibel sein. Viele Canon-Kameras scheiden daher schon mal aus. Die nächste Bedingung ist, dass die Kamera die Bilder auf der Speicherkarte in dem Ordner DCIM ablegt. Nur was dort gespeichert ist, wird auf den iPod gesichert.
 
Die Vorgehensweise zum Auslesen der Bilder:
  1. iPod einschalten
  2. Camera Connector anschließen
  3. über USB-Kabel mit Kamera verbinden
  4. Kamera einschalten
  5. am iPod Menü Import wählen

Der iPod beginnt nun den Kopiervorgang. Für jeden Import wird ein eigener Ordner auf der Festplatte des iPod angelegt, so das keine Gefahr besteht das sich gleichnamige Dateien überschreiben. Während des Kopierens erhält man wieder eine klare und eindeutige Anzeige mit einem Vorschaubild, der Gesamtanzahl und der Anzahl der kopierten Dateien. Leider dauert der Kopiervorgang sehr lang und benötigt zudem sehr viel Strom.
 
Getestet habe ich den iPod in Kombination mit der Panasonic FZ30. Der iPod arbeitete während des gesamten Testzeitraums zuverlässig und problemlos. Zu jedem Import kann man eine Übersichts-Anzeige der Fotos aufrufen und ein Bild zur Anzeige auswählen. Durch die Bilder kann man mit dem Scrollrad blättern. Die Bildanzeige ist extrem schnell, das Display gut ablesbar und ausreichend aufgelöst. Leider gibt es keine Zoom-Funktion, so das man die Bildqualität auch nicht besser als auf dem Kameradisplay beurteilen kann. Es gibt keine Verifyfunktion zur Kontrolle des Kopiervorgangs.
 
Zum Überspielen der Bilder auf den PC verbindet man den iPod mit dem USB-Anschluß. Wenn man den iPod mit Hilfe von iTunes in den Massenspeicher-Modus geschaltet hat, kann man die Bilder mit dem Explorer auf den PC kopieren.
 
Allerdings traten auch zwei große Schwachstellen zutage.

Testergebnisse

Ergebnisse auf einen Blick
Akku-Standzeit~ 1,3 GB
USB-OTG Fotospeicher19 MB/Min

Geschwindigkeit
Der iPod ist wohl der langsamste Fotospeicher, den ich je benutzt habe. Für das Auslesen einer 512 MB großen SD-Karte (Panasonic-HighSpeed-Speicherkarte RP-SDK512E1A) mit 159 Fotos von durchschnittlich 3 MB, insgesamt also 472 MB, benötigte der iPod 24:36 Minuten - das sind ca. 19 MB/Min.
 
Die Ursache für diese geringe Geschwindigkeit kann nicht bei der Kamera oder der Speicherkarte liegen. Denn die Speicherkarte erreicht in einem schnellen USB-2.0-Kartenleser eine Lesegeschwindigkeit von 850 MB/Min und die verwendete Digitalkamera Panasonic FZ30 erreicht direkt am USB-Port des PCs immer noch 42 MB/Min.
 
Akku
Obwohl der iPod als MP3-Player sehr sparsam mit dem Akku umgeht, kann man beim Fotoimport der Akkustandsanzeige beim Schrumpfen zusehen. Ich habe den iPod am Vorabend voll aufgeladen und ihn danach nicht benutzt. Der Kopiervorgang startete mit voller Akkuanzeige. Nach dem Auslesen von 472 MB schwankt die Akkuanzeige zwischen 1/3 voll und fast leer. Trotz roter bzw. praktisch nicht mehr vorhandener Akku-Anzeige schafft es der iPod aber noch so gerade eben die Fotos noch zweimal auszulesen, bevor er sich selber abschaltet. Ein ungutes Gefühl bleibt dabei, denn es besteht immer die Gefahr eines Datenverlusts auf Speicherkarte oder Festplatten, wenn die Stromversorgung während des Kopiervorgangs aussetzt.
Das ganze wird auch erst deswegen zum Problem, weil sich der iPod bei angeschlossenem Camera Connector nicht mit Strom versorgen lässt.

Fazit

Wer bereits einen iPod besitzt kann ihn mit geringen Investitionen zum mobilen Fotospeicher aufrüsten. Aufgrund der geringen Geschwindigkeit und dem hohen Strombedarf kann ich allerdings nur die Verwendung mit kleinen Speicherkarten empfehlen. Ideal geeignet ist er um auf einer Party ein paar Fotos auszutauschen.
 
Wer allerdings hauptsächlich einen mobilen Fotospeicher für den Urlaub sucht, sollte gründlich überlegen, ob er mit der langen Wartezeit und dem Zwang zum anschließenden Akkuladen auf Dauer glücklich wird.
 
Wenn Apple die Geschwindigkeit deutlich erhöht und dem Camera Connector ein eigenes Netzteil spendiert, dann wäre es ein sehr gelungenes Produkt. Wie man es besser machen kann, sieht man beim ZEN Vision:M.

Michael Neuhaus


Stand: 20.02.2008